Regensburg.
(gd) Einen neuen Weg von der krankheitsbedingten Einsamkeit zurück
in alte Gemeinschaften, ermöglicht nun der Verein zur Förderung
krebskranker und körperbehinderter Kinder (VKKK). Die Vereinsvorsitzende
Gaby Eisenhut nahm am Montag zwölf Notebooks mit kompletter
Kommunikationsausrüstung in Empfang.
Zur Ausstattung
der mobilen Computer gehört unter anderem ein Headset und eine
Webcam. Durch die Infektionsanfälligkeit etwa während
einer Chemotherapie, müssen krebskranke Kinder besonders geschützt
werden.
Dies bedeutet meist den Abbruch der Kontakte zu Freunden, Verwandten
und Geschwistern. Auch Freizeitaktivitäten sind stark eingeschränkt,
da Kino- oder Discobesuche ausfallen müssen. Hinzu kommt, dass
betroffenen Kinder vielfach nicht am Schulunterricht teilnehmen
können.
Virtuelle Schule
So freute sich die 15 Jahre alte
Carina Listl über das Laptop, mit dem sie gleich die ersten
Chat-Versuche unternahm. Seit Januar 2002 ist sie in Behandlung.
Die Mitglieder des Cantemus Chor, in dem Carina mitgesungen hatte
bis zu ihrer Behandlung, regten das Projekt an.
Daher übernahm der VKKK die Idee eines Pilotprojektes in Heidelberg.
Durch die Iniative des VKKK-Vorstandsmitglieds Irmgard Scherübl
und die Unterstützung örtlicher Computerfirmen konnte
das Projekt realisiert werden. Die Computer gehören nun der
Sankt Hedwigs Klinik und werden den betroffenen Kinder auf der onkologischen
Station oder ihren Familien zur Verfügung gestellt. Vier der
zwölf Laptops gehören der Klinikschule und so kann nun
durch die multimediale Vernetzung eine virtuelle Schulatmosphäre
geschaffen werden.
Neben der reinen Kontaktaufnahme mit der Außenwelt steht aber
noch ein psychologischer Faktor hinter dem Projekt. Durch die Faszination
der Technik können Depression und Niedergeschlagenheit zumindest
zeitweise in den Hintergrund gedrängt werden und selbst körperliche
Beschwerden oder Schmerzen oder Übelkeit in Vergessenheit geraten.
Bayernweit ist dieses Projekt derzeit einzigartig. |